17. Oktober 2021

23:23 Unentschieden in Amberg

Erwartet schweres Auswärtsspiel für die TB-Handballer

 

Es dauerte ein paar Minuten, bis sich nach dem Spiel die erhitzten Gemüter auf beiden Seiten wieder kühlten. Schon zu Beginn der Partie zwischen der heimischen HG Amberg und dem TB 03 Roding knisterte es und kleine Nickligkeiten zogen sich über das ganze Spiel.

Am Ende der Partie freilich, freuten sich die Anhänger der Amberger ausgelassen über den gewonnenen Punkt, während Roding sich über die gefühlte Niederlage, aber vor allem über die eigene Leistung der vorangegangenen Stunde ärgerte.

Keine Frage, Amberg hat sich diesen Punkt verdient. Sie haben aus ihren Möglichkeiten das beste gemacht, sie haben sich gewehrt, sie kämpften aufopferungsvoll für diesen einen Punkt. Hin und wieder aber ging die Aggressivität zu weit, was von den Schiedsrichtern zu selten unterbunden wurde, was dem Spiel insgesamt nicht gut tat.

 

Handballerisch war es sicher kein Leckerbissen. Und die Spieler von Jiri Piroch ließen sich sehr schnell anstecken von der Hektik, verpassten es gleich am Anfang der Partie, einen Vorsprung herauszuspielen. Die Krux mit der miserablen Chancenverwertung ging auch in Amberg weiter.

Es kamen aber vermehrt Schwächen in Offensivspiel dazu und in der Abwehr hatte man anfangs Probleme mit den Schlagwürfen von Ambergs Mittemann Nachtmann. In der torarmen Partie stand es deshalb nach 15 Minuten ausgeglichen 5:5. Johannes Hugo und Johannes Riedl fehlten, Dominik Weh war mit seiner Verletzung an der Wurfhand sehr gehandicapt. Das darf aber für das fehlerhafte Spiel keine Ausrede sein.

Dann schienen sich die Rodinger erstmals absetzen zu können. Nach 20 Minuten führte der TB mit 6:8. Die nächsten 10 Minuten bis zur Halbzeitsirene gelang dem TB aber nur noch 1 Tor, vergab zahlreiche beste Möglichkeiten, darunter einen 7m und ließ Amberg herankommen und zur Pause mit 10:9 sogar in Führung gehen.

 

In Hälfte zwei ging es lange Zeit hin und her. Roding hatte mehrmals die Möglichkeit bei einer zwei-Tore-Führung die Partie zu entscheiden, Amberg nutzte aber immer wieder die Fehler der Gäste und konnte nach 50 Minuten sogar noch einmal mit 18:17 in Führung gehen. Roding hatte den Gegner in der Abwehr jetzt zumeist gut im Griff, der gefährliche Rückraum des Heimteams war unter Kontrolle. Einzig belohnen konnte man sich nicht. Mehrmals brachte man Amberg ins Zeitspiel, ein halbes Dutzend Mal zwang man die HG zu Ballverlusten, schaffte es dann aber auch genauso oft nicht, den Ball endgültig zu erobern, der zweite Ball ging immer wieder an die Hausherren. Und wenn man dann doch einmal zum Gegenstoß ansetzen konnte, scheiterte man am Amberger Schlussmann.

So auch als Roding in der 57. Minute mit 20:22 in Führung mit einem Gegenstoß das Spiel entscheiden hätte können, aber erneut scheiterte man. Als dann per 7m nach 59:01 Minuten das 21:23 fiel, glaubte man endgültig an den Sieg.

Klar war, Amberg würde den schnellen Abschluss suchen, anstatt aber den Angriff zu unterbrechen, ließ man den Wurf zu und erlaubte Amberg den Anschluss. Piroch nahm die Auszeit, 30 Sekunden waren noch zu spielen, nur den Ball durfte man nicht mehr verlieren. Genau das passierte aber. Dem technischen Fehler folgte ein Foul, das die Unparteiischen als Unsportlichkeit werteten, was in den letzten 30 Sekunden des Spiels Strafwurf für die Hausherren bedeutete. Ambergs David Zilak ließ sich diese Chance nicht nehmen und machte viel umjubelt den Ausgleich zum 23:23.

Roding schaffte es noch einmal vor das gegnerische Tor, bekam wenige Sekunden vor dem Ende einen Freiwurf. Den knallte Weh mit der Schlusssirene an den Pfosten.

 

Trotz des Fehlens von wichtigen Spielern hätte Roding das Spiel gegen HG Amberg gewinnen müssen.

Piroch hat viele offene Baustellen und kaum Zeit, etwas zu verändern. Bereits nächsten Samstag ist das nächste Spiel. Zu Hause empfängt der TB Roding dann den HC Sulzbach-Rosenberg.

 

Für den TB Roding im Einsatz: Kienzl, Kaiser – Kreidl (2), Schoierer (5), Steinbauer (5/3), Standecker, Davidek, Wagener, Tous (4/1), Deml (7/2), Wagner, Schäffel, Weh

 

7m: 6/5 – 9/6

 

2min: 6 – 5